Seit dem Aktionstag zur Typisierung ist nun schon einige
Zeit vergangen und es ist mir ein großes Bedürfnis persönlich „DANKE“ zu sagen.
Dieses „Dankeschön“ ist zum einen an alle gerichtet, die auf jegliche Art und
Weise im Vorfeld dazu beigetragen haben, dass dieser unbeschreibliche Tag
stattfinden konnte; sei es durch Geldspenden, Sachspenden, spontane eigene
Initiativen, Berichterstattung, Benefizkonzerte, Diskussion über das Thema,
tatkräftige Mithilfe, Bereitstellung der Räumlichkeiten und vieles mehr. Zum
anderen geht mein Dank an alle, die sich haben typisieren lassen, am Aktionstag
selbst oder wie mir viele berichtet haben bei den niedergelassenen Hausärzten.
Ich habe niemals damit gerechnet, dass sich so viele
Menschen für meine Erkrankung interessieren, stark machen und mir helfen
möchten - war und bin nach wie vor noch überwältigt, wie viel Solidarität und
Mitgefühl in Ihnen allen steckt, egal, ob Sie mich, meine Familie persönlich
kennen oder nicht. Bei dem Gedanken daran steigen mir immer wieder Tränen der
unendlichen Dankbarkeit in die Augen.
Das Engagement der Bevölkerung von Hechingen und Umgebung
hat weitere Wellen geschlagen: In der Heimat meines Lebensgefährten Markus
Müller, in Tuttlingen, fand am 24. Mai 2006 eine weitere Typisierungsaktion für
mich und andere Erkrankte statt, die der Redakteur der dortigen Tageszeitung,
des Gränzboten, Herr Sven Kauffelt initiiert hat. Es hatten sich hier unter
finanzieller Zusage der großen ortsansässigen Firmen über 850 Menschen aus den
Betrieben angemeldet, die sich dann auch typisieren ließen. Am Ende des Tages
wurden insgesamt 1243 Menschen aus Tuttlingen und Umgebung gezählt: 1243 neue
Chancen für mich und andere Erkrankte! Ich habe mich bereits persönlich für das
Engagement von Herrn Kauffelt und der restlichen Helfer bedankt, sie alle
sollen sich durch diesen Beitrag
nochmals angesprochen fühlen.
Der VFL Mühlheim, bei dem mein Freund Markus seit seiner
Kindheit Fußball spielt, hatte für den 30.08.2006 ein Benefizspiel mit der zweiten
Mannschaft des 1. FC Freiburg auf die Beine gestellt. Der Erlös hieraus mit
2.750€ floss bereits auf unser Spendenkonto. Die Fußballvereine des Verbandes
Donau-Heuberg werden im November 2006 eine Tanzveranstaltung zu Gunsten des
Spendenkontos in Mühlheim veranstalten.
Ich kann auch hier
nur sagen, wie gerührt ich über so viel Hilfsbereitschaft bin, die weit über
das hinaus geht, was ich mir habe träumen lassen.
Da unter den Neutypisierten und den bereits in der Datei
vorhandenen Fremdspender leider kein geeigneter für mich gefunden worden ist,
meine Krankheit aber fortschreitet, haben sich die Ärzte dazu entschlossen,
meinen Bruder, der zu etwas mehr als 50% passt als Spender zu nehmen. Dies
bedeutet für mich und den Ausgang meiner Therapie zwar ein höheres Risiko, auch
mein Bruder muss sowohl Stammzellen als auch Knochenmark spenden, stellt aber
die einzige Lösung dar, um eine „Heilung“ zu erreichen.
Meiner kleinen Familie ist so viel an Wärme, Zuneigung und
aufmunternden Worten zugesprochen
worden, wofür wir alle DANKE sagen.
Meinen Freunden, dem Aktionskreis gilt nochmals eine ganz
feste Umarmung mit einem „DANKESCHÖN“.
Ich selbst befinde mich bereits seit Anfang letzter Woche im
Klinikum in München-Großhadern, wo meine Therapie begonnen hat. Habe heute
meine erste Chemotherapie erhalten. Für alle, die weiter informiert werden
möchten, haben meine Freunde mir auf der Homepage www.sabine-osswald.de ein Tagebuch
eingerichtet, in das ich so oft ich will von meiner Therapie und meinen
Gefühlen berichten kann.
Sabine Osswald